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Brucknerfest Linz 2026. Die Pianistin Hanni Liang stellt Frederic Rzewskis Vertonung von Oscar Wildes De profundis "für sprechende Pianistin", umrahmt von Klavierwerken Bruckners, ins Zentrum eines außergewöhnlichen Konzertabends.
Wenige Minuten nach Anton Bruckners Tod am 11. Oktober 1896 um halb vier Uhr nachmittags betete der Kaplan des Schlosses Belvedere an dessen Totenbett den Psalm »De profundis«: »Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir«. Zur selben Zeit schrieb Oscar Wilde als Insasse des Gefängnisses im englischen Reading einen 50.000 Wörter umfassenden Brief, der später unter dem Titel De profundis veröffentlicht werden sollte. Adressat war Lord Alfred Douglas, dessen intimes Verhältnis mit Oscar Wilde letztlich zur gesellschaftlichen Ächtung und Verurteilung des Dichters geführt hatte. Der Text ist eine sprachgewaltige, wilde Apologie zwischen Selbstreflexion und dem Streben nach Transzendenz. Die Pianistin und Konzertdesignerin Hanni Liang stellt mit Frederic Rzewskis kongenialer Vertonung dieses De profundis »für sprechende Pianistin«, umrahmt von Klavierwerken Bruckners und performativen Stücken von La Monte Young, ein außergewöhnliches Werk in den Mittelpunkt ihres multisensorischen Programms, bei dem die Bühne ins Zentrum des Mittleren Saales rückt.Untere Donaulände 7, 4010 Linz
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