
Luftige Felswege hoch über der Traun
Schroff und abweisend zeigt sich der Bergkamm, der das Trauntal zwischen Ebensee und Bad Ischl gegen das Tote Gebirge hin begrenzt. Und doch führt ein herrlich anregender Felsweg über mehrere Gipfel bis zur Hohen Schrott und hinab ins Rettenbachtal.
„Den Dachstein vor Augen, das motiviert ziemlich“, das ist einer der Einträge ins Tourenbuch, geschrieben beim Ausklang dieses Bergtages im Gasthaus Rettenbachmühle. Aber nicht nur der Dachstein fesselt die Blicke bei dieser Tour, fast die gesamte Bergwelt des Salzkammergutes ist aufgestellt um sich von ihrer schönsten Seite zu präsentieren. Der Herbst mit stabilem Wetter ist die ideale Zeit für diese lange Bergwanderung. Wir wollen die Gesamtüberschreitung machen, ohne Abstriche.
Also startet man bei der Bahnhaltestelle Steinkogl, wandert ein Stück die Offenseestraße entlang und biegt dann auf den Weg Nr. 210 ein. Ein schön angelegter Steig führt hinauf zum kleinen Almplateau der Brombergalm, wo man bei einer Quelle eine erste Rast machen und die Trinkflaschen auffüllen kann. Der Petergupf, der erste Gipfel des Kammes, ist in einer halben Stunde von hier erreicht. Tief unten der Traunsee, darüber der Traunstein, ein perfektes Fotomotiv. Immer dem Kammverlauf folgend geht es weiter und noch ist der Weg breit. Aber je mehr man sich dem Bergwerkkogel nähert, desto schmaler wird er. Die Latschen, die den Weg säumen, geben zumindest gefühlsmäßig Halt. Ein überdachtes Felsband führt zum luftigsten Teil der Tour.
Trittklammern und Seile helfen beim Anstieg zum Bergwerkkogel. Es bleibt anregend, ein Gang zwischen Himmel und Erde, die Blicke sollten aber weiter auf den Boden gerichtet bleiben. Den Mittagkogel umgeht man auf einer Grasflanke, dann steigt man wieder hinauf auf den Grat und hat bald darauf den breiten Gipfel der Hohen Schrott erreicht.
Zwei Möglichkeiten gibt es für den Abstieg nach Bad Ischl. Für die erste bleibt man am Weg Nr. 210 und wandert über das Hochglegt und die Kotalm hinab. Der zweite, schönere Abstieg führt den Weg Nr. 220 entlang über die Mitteralm zur Rettenbachmühle. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt bietet sich der Zug ab Bahnhof Bad Ischl an.
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